Oh du fröööhliche.....

Ach, is mir faaad heute! ....

 

Ich könnte ja nochmal bisschen unter die Leute gehen so kurz vor Weihnachten.

Mmh, ja aber warum? Und wohin? Und weshalb? (Ach ja, weil mir faaad ist...)

 

Bummms! Ich brauche noch Glasnudeln. Meine Glasnudeln sind alle! Und ich will mir doch diesen exorbitanten besonders delikaten thailändischen Glasnudelsalat zum heiligen Fest kredenzen! Okeeee, ab in den Supermarkt, denn im Bio-Laden meines Vertrauens gibt’s sowas Abgefahrenes nicht.

 

Auf dem Lande und in den sauberen Vorstädten nutzt man für derlei Unternehmungen ein Auto. Und kaum verlasse ich den teuer bezahlten Privatparkplatz in meiner sonst so ruhigen Straße, steh ich auch schon im vorweihnachtlichen Stau. Na macht nix, denk ich so. Mir ist ja eh langweilig. Also erstmal das Radio anschmeißen und bei JingleBells mitgröhlen.

 

Ankunft nach 10 Minuten und einem kurzen Parkplatzgerangel. Quietschvergnügt schiebe ich meinen Einkaufswagen Richtung Glasnudelregal. Äähm, das heißt ich will schieben. In Wirklichkeit kein Durchkommen hier.

 

Ghostbusters! Manche sind nur körperlich hier und ihr Blick schwebt in Zeitlupe über die Ladentheken. Als ob sie ihren Einkaufszettel erst jetzt im Geiste schreiben. Andere hetzen die Gänge entlang wie auf der Jagd.

 

Und dann noch DER! Keene Haare mehr uffn Kopp, aber Zähne fletschen wie wild, weil ich nicht schnell genug aus der Schusslinie komme. Tsss...

 

Der Heiland naht, das Abendland geht unter. Aber nicht ohne meinen Glasnudelsalat! Ich nehme Anlauf. Ich kämpfe mich vor. Und Halleluja, das Ziel ist erreicht! Ich stehe vor dem Regal mit asiatischen Köstlichkeiten.

 

Holy fucking shit?! Leer! Das Glasnudelregal ist leer! Leergekauft. Auch Reisnudeln sind alle. Unverschämtheit und und das zum Fest aller Feste! Jetzt bin ich richtig angefressen!

 

Heiliger Bimbam was mach ich nun? Womit beschwichtige ich meine kulinarischen Gelüste?

 

Zurück zum Regal mit dem Grünzeug! Neeee, bunter Blumenkohl, was die sich alles ausdenken! Oh, Papaya aus Timbuktu und Mangos aus Übersee. Vis-à-vis Rosen mit Glitzer dran (Vorsicht nicht essbar) genau wie die Frühlingsblüher, in denen wahlweise kleine Glücksschweine oder Schornsteinfeger stecken.

 

Und dann bleibt mein Blick an Bananen hängen und ich erinnere mich an eine Zeit vor 30 Jahren, wo die kleinen gelben Dinger wahre Glücksgefühle bei einem Großteil einer inzwischen komplett assimilierten Gesellschaft auslösten. Worüber die sich wohl heute freuen? Und wie war das wohl bei den Menschen so kurz nach dem Krieg oder gar im Jahr nach Christi Geburt? Mit dem Glücksgefühl beim Essen mein ich, nicht mit den Bananen.

 

Wieauchimmer! The Apocalypse will come. Frustriert steige ich in mein Auto ein, aus dem Radio dröhnt schallallalla.

Nix wie weg.

 

Vielleicht geh ich morgen nochmal unter Menschen.

So kurz vorm Heiligen Abend. Vielleicht vor 14 Uhr?

Bis dahin werden die ja wohl mal geschafft haben, das Glasnudelregal aufzufüllen. Oder?!